Vor ein paar Tagen ergab sich kurzfristig die Möglichkeit, den ehemaligen Standort der Kitchener Battery bei Marsden in Northumberland in Augenschein zu nehmen. Große Erwartungen hatte ich nicht; in einem Artikel des Journals „Fort“ (Vol. 12) der Britischen Fortress Study Group schrieb R. Hogg 1984:
„Nach dem Krieg verfiel das Gelände zusehends, und nach
und nach drang der benachbarte Steinbruch in das Gelände ein.
Da die Arbeiterinnen die Anlage so solide errichtet
hatten, hatten die Steinbrucharbeiter Schwierigkeiten, die
Stahlbetonkonstruktion zu entfernen, und mussten sie schließlich sprengen.
Von der einst so imposanten Anlage ist heute nur noch
sehr wenig übrig. Es gibt jedoch noch ein Paar Torpfosten, die mit denen am
Fort House identisch sind. Eine nahegelegene Häuserreihe in der Nähe der
Whitburn Colliery trägt den Namen „Kitchener Street“.“
Die Torpfosten fand ich sofort:
Rechts im Bild erkennt man den Leuchtturm Souter Lighthouse.
Das eigentliche Steinbruchgelände, auf dem sich die Batterie befand, ist von dort aus nicht einsehbar, da das Steinbruchgelände vollständig mit Stacheldraht gesichert ist. Mit einem technischen Kniff gelang mir allerdings doch ein Einblick: Ich benutzte eine 360° Action Kamera auf einem 3-Meter-Monopod, was zusammen mit meiner Körpergröße einer Betrachtungshöhe von ca. 5 Metern entsprach.
Der Steinbruch hat die Anmutung einer südafrikanischen Goldmine – ein großes, tiefes Loch mit steilen Rändern, vielleicht nicht ganz so tief wie in Afrika. Das Bodenrelief macht das recht deutlich:
Mit Hilfe der QGIS Software habe ich verschiedene Höhenprofile des Steinbruchs ausgemessen und bin auf eine maximale Tiefe von ca. 60 Metern gekommen.
Wo in diesem Loch befand sich nun aber die Batterie?
R. Hogg liefert dazu zwei unterschiedliche Angaben. Er nennt
zum einen die Grid Reference NZ 404 641, was den Koordinaten 54.969890 ,
-1.3704580 entspricht. Zum anderen markiert er in einer Karte den Standort
relativ nah an der Lizard Lane, wo sich die Torpfosten befinden.
Ich habe beides im Luftbild markiert:
Legende
1 = Torpfosten
2 = Batterieposition laut Karte
3 = Batterieposition laut Grid Reference
Wo sich die Batterie tatsächlich befand, wird sich leider
nicht mehr rekonstruieren lassen. Die Anlage reichte am tiefsten Punkt, dem
Geschützbrunnen, von der Erdoberfläche aus gute 13 Meter in die Tiefe. Die Tiefe
des Steinbruchs beträgt wiegesagt ein Mehrfaches dieses Werts, es ist also
wirklich nichts mehr übrig von diesem riesigen Betonblock.
Mehr zu den Tyne Turrets:
- Die Tyne Turrets
- Update zu den Tyne Turrets
- Und noch ein Update zu den Tyne Turrets
- Ein Besuch der Roberts Battery
- Ein Besuch der Kitchener Battery




