In Frankreich muss man mittlerweile höllisch aufpassen, wenn man alte Forts besuchen will. Gerade geht ein recht spektakulärer Fall durch die sozialen Netzwerke: Das französische Urbex-Duo „Gabi et Coco“ wurde, nachdem sie solche Objekte jahrelang erkundet hatten, offiziell von der französischen Armee angezeigt. Der Tatbestand lautete „Introduction frauduleuse sur un terrain affecté à l'autorité militaire“ (Unbefugtes Eindringen in militärisches Gelände).
Die Armee hat dazu Videos ausgewertet, die die beiden auf Youtube hochgeladen hatten, um ihre Identität zu festzustellen. Es folgten polizeiliche Vorladungen, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen der Kamera- und Drohnenausrüstung sowie eine Verurteilung vor Gericht.Das zugrundliegende Gesetz ist Artikel 413-5 des französischen Strafgesetzbuchs (Code pénal): „Le fait, sans autorisation des autorités compétentes, de s'introduire frauduleusement sur un terrain, dans un port, dans une construction ou dans un engin ou appareil quelconque affecté à l'autorité militaire ou placé sous son contrôle est puni d'un an d'emprisonnement et de 15 000 euros d'amende.“ (Wer sich ohne Genehmigung der zuständigen Behörden unbefugt Zugang zu einem Gelände, einem Hafen, einem Gebäude oder einem Fahrzeug oder Gerät verschafft, das der Militärbehörde untersteht oder unter deren Kontrolle steht, wird mit einem Jahr Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 15.000 Euro bestraft.)
Die Debatte um Urbex wird in Frankreich mittlerweile - zurecht - auf politischer Ebene geführt: Der Senat hat sich offiziell mit den negativen Folgen des Urbex-Booms befasst. Da viele Séré-de-Rivières-Forts und Bunkeranlagen theoretisch noch immer strategischen Wert besitzen (z. B. als geschützte Kommunikationsknotenpunkte, geheime Lager oder Munitionsdepots), stuft der Staat das Betreten nicht als "Dumme-Jungen-Streich", sondern als Gefährdung der nationalen Sicherheit ein.Die Franzosen sind da mittlerweile absolut gnadenlos; Schilder wie das hier gezeigte sollten also unbedingt ernst genommen werden!

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