Freitag, 3. Juli 2020

Der Infanterieraum 6 bei Friedrichshofen / Ingolstadt

Die Brisanzmunitionskrise Mitte der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts führte in Ingolstadt zum Ausbau des äußeren Festungsrings mit Anschlussbatterien, Zwischenwerken sowie Munitions- und Infanterieräumen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die meisten dieser Anlagen gesprengt.
Ich habe mir vorgenommen, so viele dieser Anlagen wie möglich zu besuchen und eine Bestandsaufnahme der sichtbaren Reste zu machen.

Der heutige Beitrag befasst sich mit dem Infanterieraum 6 bei Friedrichshofen. Man kann ihn von der St 2335 (ehemalige Kriegsstraße, die die Forts verband) aus leicht erkennen; ihn zu begehen ist nicht ganz so einfach, da er von dichter Vegetation umgeben ist.

Zuerst das obligatorische Reliefbild:



Es zeigt wider Erwarten keine Trümmer, nur eine "Eindellung" des Erdhügels. Ich bin deshalb davon ausgegangen, eine noch relativ intakte Ruine vorzufinden.
Doch weit gefehlt. In natura sieht man --- gar nichts:


Einzig die nachfolgend gezeigten Steinbrocken zeugen davon, dass hier einmal ein I-Raum stand:


Offenbar wurden die gesprengten Überreste des I-Raums zugeschüttet.

Auf der Homepage des Fördervereins Bayerische Landesfestung Ingolstadt gibt es einen Plan der Anlage. Laut Beschreibung war der I-Raum für 250 Mann ausgelegt. 

Ein Kuriosum zum Schluss - der ungewöhnlichste Befund meines Besuchs:


Ein zersplittertes Bokken, also ein hölzernes japanisches Trainingsschwert, wie es beispielsweise beim Iaido oder Aikido verwendet wird. Hier hat offenbar jemand seine Schlagübungen übertrieben ...

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